Reif fuer die Insel – oder wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen…Ein Prototyp eines deutschen Touris hat uns mal den wertvollen Rat mit auf den Weg gegeben: „Zu Beginn der Ferie muschte Gas gebe, Schludere kannschte dann am Schluss!“.
Naja, nach seiner Auffassung haben wir in Vietnam voellig „geschludert“ und die Zeit beginnt uns leider wirklich davon zu rennen, weshalb wir in Cambodia ein 2 woechiges intensiv Programm absolvierten.
Nach 3 Tagen Phnom Penh fluechteten wir Richtung Sueden auf die wohl letzte einsame Insel im „Gulf of Thailand“.
Koh Tonsay (fuer Touris besser unter dem Namen Rabbit Island bekannt, angeblich soll der Umriss der Insel einem Hasen gleichen, was aber erst nach 3 Flaschen Reiswein ersichtlich wird...) ist eine wirklich kleine Insel 30Min Bootsfahrt vom Festland entfernt. Man wird natuerlich direkt nach Down Town gebracht:
6 Familien a 12 Personen vermieten je 5 Bungalows
(Rechenaufgabe fuer Schlaumeier: wie viele Personen befinden sich auf der Insel, wenn jede Familie 2 Bungalows an je 2 Touris vermietet?).
Strom gibt es von 19 – 22Uhr, die Bungalows sind mit einer Matratze und Moskitonetz ausgeruestet, die Insel laesst sich in 2 Stunden umrunden, geduscht wird mit Meerwasser und zum Fruehstueck mussten wir uns mit der beruehmten Nudelsuppe anfreunden ;-)
Aber fernab vom Massentourismus Erholung pur: das Meerwasser war so warm dass man fast nicht mehr von Abkuehlung sprechen konnte und eigentlich glasklar. Trotzdem schafften es einige unter uns immer wieder in Seeigel zu treten um danach selbst wie ein Stachelschwein auszusehen...
3 Tage genossen wir die Einsamkeit, bevor wir –schludern kannste dann immer noch am Schluss- weiter nach Kampot reisten.
The abandoned City
Wenn man nach Kampot kommt koennte man meinen, das dieses Staedtchen schon die abandoned City ist ;-) Mit knapp 40'000 Einwohner eine eher kleine Stadt, findet man ausser dem ueblichen Markt und ca 400 Tempeln vor allem entlang des Flusses ein paar wirklich nette Cafes, wo man sich bei einem Fruit Shake (je nach dem auch Fruit Snake/Shacke/Sake) von den harten Insel-Tagen als Robinson erholen kann...
Frueh Morgens ging’s dann mit Pickup Truks ueber staubige, von Schlagloechern durchzogene Strassen zur Bokor Hill Station.
Die im Bokor National Park gelegene Stadt diente ehemals den Franzosen als Erholungsort, wurde jedoch seit deren Abzug aus Cambodia nicht mehr bewohnt. Ueber mehrere Huegel verstreut findet man immer wieder dem Zerfall ueberlassene Haeuser. Doch das imposanteste Gebaeude ist das schon von weitem sichtbaren Casino, das an Groesse und Baustil den heutigen Casinos in nichts nachsteht.
Zurueck nach Kampot ging’s dann mit dem Boot, was wirklich ein Balanceakt war, da cambodianische Boote nun wirklich nicht fuer 20 Touristen gedacht sindJ
Eine Zugreise die ist lustig...Wir wollen ja nicht das selbe tun wie jeder Touri, weshalb wir uns in den Kopf gesetzt hatten, mit dem Zug von Phnom Penh nach Battambang zu fahren...
Es existiert eine Eisenbahnlinie zwischen den beiden Ortschaften, am einten Tag faehrt der Zug nach Battambang und am naechsten wieder zurueck. Nach Reisefuehrer sollte der Zug an den ungeraden Tagen Phnom Penh verlassen, nach diversen Internetseiten faehrt er entweder jeweils Mittwochs und Samstags oder nur am Sonntag oder Montag und Dienstag....
Die einzigen Informationen die sich immer gleich blieben, waren folgende:
der Zug ist so langsam, dass er sogar von den Einheimischen gemieden wird, da man bei einer Geschwindigkeit von 20 Kmh gemuetlich nebenher joggen koennte, was wahrscheinlich eine gute Abwechslung zu den Holzbaenken waere. Falls der Zug unterwegs nicht liegen bleibt (was –wen wundert’s- keine Seltenheit ist) so kommt man nach nur 12 Stunden (zum Vergleich: mit dem Bus sind’s 4Std) in Battambang an...
Naja, wir liessen uns von diesen Infos nicht abschrecken und standen auf gut Glueck um 5 Uhr Morgens (da waren sich auch alle einig: man muss frueh am Bahnhof sein...) vor einem verschlossenen Bahnhof. Unser Tuk Tuk Fahrer erbarmte sich und machte sich dann mal auf den Weg um sich zu informieren, ob ueberhaupt ein Zug faehrt -sorry, train broke down, no train for one week....
So ging’s dann halt doch auf dem ausgetretenen Pfad nach Battambang...
Zugreise zum ZweitenMan muss in jedem Land eine Toeff Tour machen (das ist unser eigenes Motto), beschraenkten uns in Cambodia allerdings auf einen Tagesausflug ;-)
Frueh Morgens (und da hat man immer das Gefuehl, Ferien seien mit Ausschlafen verbunden...) wurden wir von 3 motivierten Fahrern abgeholt.
Nach nur 10Min verliessen wir die geteerten Strassen und fuhren stattdessen ueber holprige Landwege, die von einer dicken roten Staubschicht ueberzogen waren (sie sind jetzt allerdings nicht mehr so staubig, da wir die Haelfte an unseren Kleidern wieder zurueck ins Hotel brachten...). Immer wieder kommt man an kleinen Doerfern vorbei, wo die Menschen in absolut bescheidenen Verhaeltnissen leben, sogar die obligatorische Fernsehschuessel fehlte oft.
Die Landschaft gleicht in dieser Saison eher einer afrikanischen Steppe (die Bauern hier koennen sich kein Bewaesserungssystem fuer die Reisfelder leisten, weshalb sie nur einmal im Jahr ernten koennen) als dem gewohnten gruenen Landschaftsbild Asiens, war jedoch absolut faszinierend!
Erste Station war –wie koennte es auch anderst sein- ein Tempel.
Nach einem kurzen Aufstieg kamen wir an einem buddhistischen Kloster vorbei, wo man eine kleine (natuerlich sind auch grosse erwuenscht) Spende fuer den Bau der Strasse (damit mehr Touris bequemer den Tempel besichtigen koennen) machen konnte. Im Gegenzug werden dafuer die Namen auf einer Steintafel verewigt, das Resultat koennt ihr auf den Fotos sehen;-)
Naechster Halt war –da muss man nicht lange raten- eine ganze Tempelgruppe.
Sie sollen die best erhaltenen Khmer Tempel aus der Angkor Zeit in Battambang sein. Wir waren uns allerdings nicht ganz sicher, was nun gefaehrlicher war:
Ohne Helm hinten auf dem Motorrad ueber abenteuerliche Strassen zu fahren oder diese baufaelligen Tempel zu besichtigen...der einte Fahrer bestaetigte uns dann auch, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Tempel eingestuerzt und natuerlich sofort wieder fachmaennisch (naja, wir glauben jedes 5jaehrige kann mit seinen Legokloetzen ein aehnliches Resultat erzielen...) aufgebaut wurde...
Als letztes folgte das Highlight der Reise: eine Zugfahrt mit dem Bambootrain. Dieser illegale Zug wird vor allem von den Einheimischen als Nahverkehrsmittel benutzt. Innerhalb weniger Sekunden wird der Zug, bestehend aus einem Fahrgestell, einer Platte aus Bambus und einem Dieselmotor auf- und wieder abgebaut. Dies ist auch noetig, weiss man doch nie, wann einem ein richtiger Zug oder ein anderer Bambootrain entgegen kommt...
Weltkulturerbe Angkor What?
(Haha, so ein Schenkelklopfer muss auch sein, vor allem dann, wenn man den gestrigen Abend in der Angkor What? Bar verbracht hat....)
Natuerlich haben wir nicht vergessen, dass man in Cambodia unbedingt den Angkor Wat besuchen sollte („Lady, I think you have little time in Cambodia, so you should visit the Angkor Wat and the floating villages, that is good for you!”).
Ok, wenn das gut fuer uns ist, wird gemacht! Schlau wie wir sind, namen wir das Boot nach Siam Reap und haben somit die floating villages waehrend 7Std. ausfuehrlich betrachten koennen (war wirklich gut fuer uns, anderen bekam die Fahrt nicht so gut, die hingen dann mehr ueber dem als im Boot...).
Auch weiterhin wurde nicht geschludert:
Wir bestellten uns ein Tuk Tuk auf 04.45 (ja, ihr lest ganz richtig! Auch der Tuk Tuk Fahrer benoetigte mehrere Anlaeufe, bis er endlich glauben konnte, dass wir wirklich schon sooooo frueh los wollen...) und waren –wen wunderts- die Ersten am Main Entrance.
In den 40$ Eintrittspreis fuer 3 Tage (20% davon geht an die Oelfirma, die das Gelaende gemietet hat, 70% an das Finanzministerium und die Restlichen 10% werden fuer die Renovierung eingesetzt...) ist auch ein Foto (ja, man stelle sich einmal die Groesse der Aeuglein um 5Uhr morgens vor...) auf dem persoenlichen Eintritsbillet inbegriffen...Juhuuuu! (wie wichtig die Fotos waren, testeten wir natuerlich: egal wer welches Ticket benutzte, es wurde einem immer freundlich laechelnd Einlass gewaehrt...)
Nach einer kurzen Fahrt wurden wir an einem Parkplatz abgeladen, und mit einer vagen Geste zeigte der Fahrer in die Dunkelheit „Angkor Wat there!“
Aha, machten uns also auf die Suche nach dem beruehmten Tempel:
Tourimassen haben ja den Vorteil, dass man immer weiss, wo man hin muss um das wichtigste auch ja nicht zu verpassen. Da wir aber einsam und verlassen auf dem riesigen Gelaende waren, stellten wir uns in Polposition vor das Gebilde, das irgendwie eine gewisse Aehnlichkeit mit den Fotos hatte...
Als wenig spaeter die Tourimassen ankamen, grinsten wir noch haemisch, da keiner so einen guten Platz wie wir hatte...Komischerweise stroemten alle an uns vorbei...Hmmm....Vielleicht sollten wir doch mit dem Strom schwimmen...Diese Intuition erwies sich als sehr richtig, standen naemlich vor dem Eingangstor zum Angkor (und das reimt sich auch noch, so schoen!).
Waren trotzdem noch frueh genug (wenn auch nicht mehr in Polposition) um das ganze Spektakel in voller Laenge zu erleben (ja, ja, Morgenstund hat Gold im Mund....).
Anmerkung der Redaktion:
An dieser Stelle war urspruenglich eine 12Seitige Abhandlung ueber die Tempel geplant. Leider ist Dani abgereist, ohne uns ihre 4 Seiten von „Angkor Wat – was ist Mythos und was ist Fakt“ zu geben. Natuerlich wird dieses Versaeumnis nachgeholt, sobald wir die Fehlenden Seiten organisiert haben...
So, Dani hat uns leider gestern schon verlassen und braeunt sich nun – zumindest hoffen wir das...- in Pattaya. Wolfgang und Guenther werden morgen die lange Reise nach Bangkok in Angriff nehmen, um dann weiter in den Sueden zu ziehen (hatten nun wirklich schon lange keinen Strand mehr...).
Wir hoffen natuerlich auf viele Kommentare (sprich: mehr als beim letzten Eintrag....) ;-)
Ganz liebe Gruesse aus Siam Reap
Guehnter und Wolfgang